Abfuhr für die Bauerntölpel

Besonders Demetz als Verehrer des Wolkensteiners war von Anfang an darum bemüht, der Veranstaltung einen kulturellen Unterbau zu geben.
Voller Eifer setzten die drei einen Brief auf, Adressat war die Oswald-von-Wolkenstein-Gesellschaft mit Sitz in Nürnberg.
Enthusiastisch schilderten sie die geplante mittelalterliche Reitveranstaltung, dessen weltlicher Schutzpatron Oswald von Wolkenstein sein sollte.
Statt lobender Worte, erteilte die hehre Wolkenstein-Gesellschaft dem Wolkenstein-Fußvolk eine Abfuhr, die sich gewaschen hatte.

Für so eine Bauerntölpel-Geschichte gebe die Gesellschaft nicht ihren guten Namen her und distanzierte sich in aller Form von diesem Vorhaben der Südtiroler.
Erst Jahre später, der alte Präsident der Gesellschaft war nicht mehr am Ruder, wurden der Ritt und seine Macher von der Wolkenstein-Gesellschaft rehabilitiert und zu ihren Aktivitäten beglückwünscht.
In ihrem Überschwang dachten die Organisatoren auch daran – wenn auch nur zum Spaß – den damaligen italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini anzuschreiben und ihm vorzuschlagen, die anstehenden Parlamentswahlen zu verschieben, da ja schließlich genau an demselben Wochenende der Ritt zur Austragung kommen sollte.

Das haben wir letztendlich aber doch nicht gemacht

sagt ein schmunzelnder Bummi Tschugguel.

Luise Malfertheiner & J. Christian Rainer